Meine Heimatgschicht: Gaaßmobil, Gigglmoh, Schmussern, Brennessl

#heimatlandkreisfürth

Gaaßmobil - Mei Großvadder, dös war a klanner Bauer mit a boar Ägger, a boar Küh und a boar Gaaßn. An Bulldogg had er zwoar kghabd, aber es woar für ihn immer a Probleem, wie er seine Gaaßn zum Gaaßbogg bringd.

An Bogg hads nemlich bloß nu in Langazenn gebn, nachdem der Thalers Schorsch, der ledzde Gaaßboggbesidzer vo Puschendorf, sein Bogg wech doa had. Also sei Nachberri, die Hoacheri, die had si zwoar gfreid, walls edz nemmer su gschdunggn had, obber die Gaaßn hamm hoald edzerdla auf Langazenn zum Bogg gmüssd. Wos is mein Großvadder anderschds übrig bliebnm, er had sei Goggomobil gnumma, die Sidz rausmondierd, die Gaaßn eigloodn und is auf Langazenn gfoahrn. Angeblich hadn da derbei a amoll die Bolizei anghalddn. Wie er na des Fensder rodrehd und die Gaaß ihrn Kobf nausgreggd had, is den Bolli vur Schregg und Gschdtangg der Kulli aus der Hend gfalln. Zum Gligg hads damoals nu kann Sicherheidsgurd gebn, sunsd hädder a Stroaf a nu grichd, denn ohgschnalld woars nemlich a ned, die Gaaß in dem Goggomobil.

Der Gigglmoh

Zerschd hammer uns gfärchd, obber dann hammern in Diegl ro vom Kobf ghaud, dem Gigglmoh.
A alder Diegl odder a Büchsn war sei Hud af dem Schdrohkobf, der af an Holzgreiz ohmdroom ghoggd is. A weide Jobbn is um des Greiz rumgschlaggerd und undn war nu a zrissna Husn droghengd. Manchmol woarn a die Klader mid Schdroh ausgschdobfd und es ham si die Vegl dann wergli gfärchd. Wall an der ahn Händ is a Gensflügl baumld und an der annern sin a boar Blechdosndeggl ghängd. Wenn edz der Wind blosn had, na hadder midn Gensflügl gwedld und mid die Dosndeggl klabberd, der Gigglmoh. Des had manchn Hosn abghaldn in den Kraudagger neizugeh. Heid braung mern nemmer, den Voglschregg, wall Hosn gibds fasd kanne mehr und Krautägger da bei uns da rum nemmer vill. Und die Gigglmänner, su maan ich manchmoll, die laafn edz als ledzder Modeschrei af der Schdraß rum und färchdn dennersi dann ned die Vegl, sondern die Leid, wenns a su ahn im Fisnsdern begegna.

Schussern

Immer im Friejoahr, wenn die Märznsunna in lezdn Schnee wechgleggd had und der Buudn druggn woar und wenns warm worn is, na is ohganga es Schussern.
Wall ab Kunigund (3. März), su sachd die Bauernregl, „kummd die Wärm vo unt“.
Mir Kinner ham edz unser Schussersäggla raus, des uns die Mudder im Winter gnähd had, und sin nach der Schull zum Schussern ganga.
Als Erschdes hammer mit den Schuhabsadz a Schusserloch in Buudn neibuhrd. Des war früher in unsern Dorf fast ieberall möglich, wall da wor nuni jeds Fleggla teerd oder bflasderd und da had nu an vill Stelln der Dregg rausgschaud. Zwoar hasd dreggige Schuh grichd, obber a Schusserloch hasd hald ieberall buhrn kenna.
Wenn es Loch ferdi war, na is es Schussern ohganga. Fünf Schridd vom Loch weg an Strich zogn und dann had a jeder sein „Gnäggler“ raus. Wen sei Schusser am gnausdn am Loch war, der had ohfanga derfn, midn Zeichefinger die rumliecherdn Schusser ins Loch neizuschiebn. Wennern ned neibrachd had, dann is der Nächsde drokumma.
Der, der den ledzdn Schusser ins Loch neigschuum had, der had alle Schusser grichd, die im Loch scho drinn woarn.
Bschissn und gschdriedn is nadierli a worn. Manche Laahmaschusser hammer aus Wut einfach zammquadschd und die Glosschusser hammer fordgschossn Zu di einfachn Laahmaschusser hamer „Laahmabadzn“ gsachd und die teiern Glosschusser, des worn die „Gleesin“.

Brennessl rubfn

Wu ich glaa woar, nu a Buu, da had mei Oma im Friehjoahr, wenns nauswärds ganga is, immer a Goons ogsedzd.
Jedn Dooch hammer nachgschaud, ob die Aier scho obiggd senn. Nacha boar Wochn senn dann die Wiewerli gschlupfd, und wall die wos zun Fressn brauchd ham, desweng ham mir Buum Brennessl rubfn missn.
Mid an Kerbla, an Hendschi und an scharfen Messer semmer dann losmaschierd. Jeder had gschaud, dass er sein Korb su schnell wie meegli vull brachd had. Jeder had nadürli seine Brennessleggn ghkabbd, und wenns a anderer oschneidn had wolln, na hammer manchmoll a um die Brennnessl graffd.
Middn Messer semmer ned affanander losganga, obber dass mer anander mit die Brennessl brennd ham, des is scho vurkumma. Dahamm senn dann die Brennessl klaa gschniedn und mit Mehll eigschdeibd woarn, und dann hamms die Wiewerli zun Fressn grichd und a frisch Wasser derzu. Immer is die Kisdn mit die Wiewerli in der Kichn nebern Herd gstandn, wall draußn im Stall woars zu kald und mir hamms ja durchbringa wolln. Drodzdem is immer widder amol ans gfreggd odder es had ans die Kadz ghkulld.
Die wu mer durchbrachd hamm, die hamm dann im November a neis Federbedd gebn.
Am masdn gfreid hammer uns obber über den Goonsbroadn, su um Martini rum, wall a su a Broadn mid roha Klöß war uns Kinner nu lieber wie a neis Federbedd.